4.6.2 Kapitalzusammensetzung

Durch die sich ergebende Differenz von bereitgestellten Mitteln und dem tatsächlichen Investitionsbedarf ist es angebracht, sich Gedanken über die Zusammensetzung der Kapitalmittel zu machen. Dies bezieht sich vor allem auf das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital.

Unter dem interessanten Gesichtspunkt der Maximierung der Eigenkapitalrentabilität (rEK) möchte ich eine Vergleichsrechnung aufstellen und diese bewerten.

  • Um die Investition zu tätigen, benötigen wir ein Gesamtkapital (GK) von 93 000 €.
  • Unter voller Ausnutzung des bereitgestellten Eigenkapitals (EK) entsprechend 80 000 € muss noch ein Fremdkapital (FK) von 13 000 € beschafft werden.
  • Andererseits kann man auch das bereitgestellte Fremdkapital mit 40 000 € voll nutzen und muss dann noch ein Eigenkapital in Höhe von 53 000 € aufbringen.
  • Der Höhe der Fremdkapitalzinsen liegt bei geförderten Darlehen derzeit bei effektiv etwa 5 – 9 %.1
  • Zur Vergleichsrechnung nehme ich einen Fremdkapitalzinssatz (z) in vorsichtig geschätzter Höhe von 8 % und eine erwünschte Gesamtkapitalrentabilität (rGK) von 15 %.

Die angewandte Formel für Eigenkapitalrentabilität lautet: rEK = rGK + (rGK – z) × (FK ÷ EK)

Tabelle 8: Vergleich Verschuldungsgrad

Variante1 Variante2
Gesamtkapital benötigt 93.000,00 € 93.000,00 €
Eigenkapital 80.000,00 € 53.000,00 €
Fremdkapital 13.000,00 € 40.000,00 €
Verschuldungsgrad
0,16 0,75
FK-Zinssatz 8% 8%
Gesamtkapitalrentabilität 15% 15%
Kapitalgewinn 13.950,00 € 13.950,00 €
./. FK-Zinsen 1.040,00 € 3.200,00 €
Gewinn 12.910,00 € 10.750,00 €
Eigenkapitalrentabilität
16,14% 20,28%

Aus dem Vergleich ist die Hebelwirkung des zunehmenden Verschuldungsgrades auf die Eigenkapitalrentabilität ersichtlich. Dieser so genannte „Leverage – Effekt“ bewirkt, dass je höher der Verschuldungsgrad ist, desto höher ist die Rendite des Eigenkapitals, sofern die Fremdzinsen niedriger sind als die Rendite des Gesamtkapitals.
Riskante Grenzen werden erreicht, wenn die Rendite des Gesamtkapitals unter den Zinsfuß des Fremdkapitals sinkt. Dann fällt die Eigenrentabilität in den negativen Bereich und das Vermögen wird durch Schulden belastet. Der festgelegte Fremdkapitalzins ist immer unabhängig von der Erfolgslage des Unternehmens zu zahlen.
In dem gegebenen Vorhaben liegt der Verschuldungsgrad auch in der zweiten Variante der Tabelle noch weit unter dem Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital von 1 : 1. Die Beachtung dieses Verhältnisses fordert die oft genannte vertikale Kapitalstrukturregel. Anmerken möchte ich, dass das Unternehmen mit einem relativ hohen Eigenkapitalanteil an der Investition auch in Krisenzeiten sicherer gestellt ist.

Ich empfehle aufgrund der ermittelten Daten, die Fremdfinanzierung so hoch wie möglich anzusetzen. Für das vorliegende Investitionsvorhaben erweist sich ein Verschuldungsgrad von 0,75 für die Finanzierung als sinnvoll.

1 Quelle: www.kfw-formularsammlung.de/Konditionen/Ausgabe_2.html


Projektarbeit im Rahmen der Prüfung Technischer Betriebswirt (IHK):
"Entscheidungsgrundlage zur Auswahl und Beschaffung eines Bearbeitungszentrums (BAZ) in Form einer CNC-Maschine für eine kleine Schreinerei."
Copyright © 2005 J.W. jobLOGIK

Veröffentlicht: 8. Februar 2011 JW

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