4.7 Empfohlene Systembauweise

Für Korpusmöbel hat sich seit vielen Jahren ein Konstruktionsstandard entwickelt, das „System32“. Auf diesen Standard haben sich Beschlaghersteller und die Möbelindustrie geeinigt. Dadurch ist es heute möglich, Verbindungsbeschläge, Scharniere und Schubkastenauszüge

weit gehend universell einzubauen oder zu ersetzen.

Die wichtigsten Merkmale des „System32“ sind ein Bohrungsabstand im Raster von 32 mm, die Lochreihen befinden sich 37 mm von der Vorderkante des Korpus, der Bohrdurchmesser beträgt 5 mm.

Abbildung 6: Bohrmaße Scharnier System32 / Häfele

Abbildung 7: Bohrmaße Auszug System32 / Häfele

In der gegebenen Schreinerei werden viele Korpusmöbel produziert. Da einerseits von Hand gezeichnet und andererseits mit CAD, hat sich noch kein System im Korpusbau entwickelt.

Daher ist es notwendig, für die gesamte Korpusfertigung eine innerbetriebliche Typung1 zu schaffen.

Das bedeutet, dass für Unterschränke, Hängeschränke und Kartei­schränke die Bohrbilder und Maße entsprechend dem System32 festgelegt werden. An der CNC-Maschine wird dann zur Korpusfertigung die entsprechende, einmalig programmierte Variable gewählt und abgearbeitet. Das Resultat ist eine immense Zeitersparnis in der Produktion, da die unterschiedlichen Bearbeitungsgänge auf dem BAZ sehr genau und in einem Durchgang erledigt werden. Diese Genauigkeit bringt auch in der Endmontage Kostenvorteile, da einfach ‚alles passt’.

Die Arbeitsvorbereitung muss beim Zeichnen die Details gar nicht mehr erfassen, es genügen die Außenmaße und Anzahl der Beschläge.

In der Konstruktion kann zudem mit der Zeichnung eine Stückliste erstellt werden, die in die Kalkulation übernommen wird. Die Buchhaltung kann, falls erforderlich, eine Materialbestellung auslösen. So wird auch die Arbeitsvorbereitung wirkungsvoll entlastet.

In der Massivholzbearbeitung bieten sich Vorteile in der Fertigung von Rahmenteilen und Füllungen für Massivholztüren. Das herkömmliche Fräsen von Schlitz und Zapfen sowie das Bohren von Dübelverbindungen muss nicht mehr auf verschiedenen getrennten Maschinen aufwendig ausgeführt werden. Die CNC-Maschine vereint diese Schritte mit manuell nicht erreichbarer Genauigkeit und Wiederholbarkeit.

Füllungen aus Massivholz oder MDF können allseitig abgeplattet und profiliert werden. Eine CNC-Fräse braucht zum Profilfräsen im Gegensatz zur herkömmlichen Fräsmaschine nicht einen Fräskopf mit genau der erforderlichen Profilkontur. Der Automat erstellt sogar völlig neu entworfene Profile durch mehrfaches Abfahren des Werkstücks. Auch für die Türenproduktion ist es sinnvoll, die genormten Maße2 für den Sitz der Bänder und Schlösser einmalig als Variablen-Programm zu erstellen und zu hinterlegen. Zur Bearbeitung wird dann die variable Türgröße eingegeben und die Beschlagsbohrungen werden korrekt angebracht.

1 Vgl: Olfert (1995), S. 178 f.

2 Vgl: Heyn (1998), S. 473


Projektarbeit im Rahmen der Prüfung Technischer Betriebswirt (IHK):
"Entscheidungsgrundlage zur Auswahl und Beschaffung eines Bearbeitungszentrums (BAZ) in Form einer CNC-Maschine für eine kleine Schreinerei."
Copyright © 2005 J.W. jobLOGIK

Veröffentlicht: 8. Februar 2011 JW

Autor: JW:

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